Südamerika: Auch Paraguay in Südafrika dabei

October 1st, 2009 Comments off

Als zweiter Südamerika-Vertreter hat die Auswahl Paraguays die WM-Qualifikation perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Daniel Martino ist damit erster Begleiter des fünfmaligen Weltmeisters Brasilien, der bereits am Wochenende sein WM-Ticket löste.

Argentinien erschreckend schwach

Dabei musste sich Paraguay in der vergangenen Nacht (MESZ) mit einem durchaus namhaften Gegner auseinandersetzen. Argentinien war zu Gast im Estadio Defensores del Chaco in der Hauptstadt Asunción. Doch der zweifache Weltmeister gab wie schon bei der 1:3-Niederlage am Wochenende gegen Brasilien eine erschütternde Vorstellung ab. Die einzig halbwegs vorzeigbare Torchance der Argentinier hatte Rolando Schiavi in der vierten Minute der Nachspielzeit, als er an einer Flanke von Martín Palermo vorbeisegelte. Darüber hinaus stand weder eine Einheit auf dem Platz, noch war in Ansätzen ein Plan zu erkennen. Hinzu kamen ungeahnte technische Schwächen einer vollkommen verunsicherten Mannschaft. Diego Armando Maradona hat den Nachweis seiner Trainerfähigkeiten bisher nicht erbringen können. Die Zweifel werden immer größer. Und der 48-Jährige, eigentlich in Argentinien als Volksheld verehrt, muss nun um seinen Job als Nationaltrainer bangen. Was aber noch viel schwerer wiegt, Argentinien zittert ernsthaft um die WM-Teilnahme. Mittlerweile ist man auf Relegationsrang fünf abgerutscht. Und nicht einmal dieser scheint sicher, denn von hinten drängen Uruguay, Kolumbien und Venezuela.

Derlei Sorgen hat man in Paraguay nicht. Gegen Argentinien siegte die Elf von Gerardo Daniel Martino mit 1:0. Der Dortmunder Nelson Haedo Valdez schoss sein Team mit dem einzigen Tor des Tages zur WM nach Südafrika (28.). Weitere gute Chancen im ersten Durchgang hätten für ein deutlicheres Resultat sorgen können. Zweimal rettete der Pfosten für die Gäste. Eine Zitterpartie wurde es nach dem Seitenwechsel aufgrund des schwachen Gegners dennoch nicht, da Argentinien durch den Platzverweis für Juan Sebastián Verón (53.) zudem noch mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl spielen musste.

Chile kann noch nicht feiern

Die Brasilianer, bereits als WM-Teilnehmer fest stehend, hatten Chile zu Gast. Diese verfolgten den Plan, sich mit einem Sieg im strömenden Regen von Salvador da Bahia ebenfalls vorzeitig die WM-Fahrkarte zu sichern. Zunächst sah wenig danach aus. Brasilien ging durch Nilmar (31.) und Júlio Baptista (40.) in Führung. Beide Treffer wurden von Daniel Alves vorbereitet. Doch die Chilenen kamen zum Ausgleich. Humberto Suazo verwandelte noch vor der Pause einen Foulelfmeter (45.+1) und legt kurz nach dem Seitenwechsel mit einer Direktabnahme zum 2:2 nach (52.). Zu diesem Zeitpunkt hatte ihnen zusätzlich der Platzverweis von Brasiliens Felipe Melo in die Karten gespielt (49.). Doch gingen den Gästen zum Ende hin die Kräfte aus. So schlug Nilmar noch zweimal zu (73., 76.) und erhöhte für die “Seleção” auf 4:2. Kurz darauf musste Chiles Alexis Sánchez mit Gelb-Rot vom Platz (77.) und der Widerstand war endgültig gebrochen.

Dennoch hat die Mannschaft von Trainer Marcelo Bielsa allerbeste Aussichten, an der WM 2010 teilnehmen zu dürfen. Fünf Punkte Vorsprung auf Rang fünf bei noch zwei ausstehenden Spieltagen bescheren Chile eine sehr gute Ausgangsposition.

Dichtes Gedränge im Tabellenmittelfeld

Große Hoffnungen macht man sich auch nach wie vor in Ecuador. Die Mannschaft von Coach Sixto Rafael Vizuete musste in Bolivien antreten und gewann dort mit 3:1. Die Tore in La Paz erzielten Edison Méndez (4.), Luis Antonio Valencia (46.) und Christian Benítez (56.). Der Ehrentreffer Boliviens durch Gerardo Yecerotte (85.) änderte am Sieg der Gäste nichts mehr.

Ecuador belegt in der Tabelle momentan Tang vier. Während sich nach vorn schon eine kleine Lücke aufgetan hat, sitzen den Ecuadorianern eine Reihe von Teams direkt im Nacken. Zu diesen zählen auch Uruguay und Kolumbien, die sich heute im Estadio Centenario von Montevideo gegenüberstanden. Die “Urus” gewannen mit 3:1. Die Tore steuerten Luis Alberto Suárez (6.), Andrés Scotti (77.) und Sebastián Eguren (88.) bei. Für die Gäste traf Jackson Martínez zum zwischenzeitlichen Ausgleich (64.).

Neben den eben genannten darf sich letztlich auch Venezuela noch etwas ausrechnen. Mit einem 3:1-Erfolg über das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Peru erhielt sich die Mannschaft von Trainer César Alejandro Farías alle Chancen. Nur zwei Punkte fehlen zu Relegationsplatz fünf. Für die Tore in Puerto La Cruz sorgten Nicolás Fedor (32., 52.) und Ronald Vargas (70.). Den Treffer der Peruaner markierte ebenfalls ein Venezolaner. Juan Fuenmayor beförderte den Ball ins eigene Netz (41.).

Konsequenzen für die Trainer

October 1st, 2009 Comments off

Das Scheitern in der WM-Qualifikation hatte in Polen und Belgien umgehend Konsequenzen zur Folge. Die Trainer mussten ihren Stuhl räumen oder taten dies gar freiwillig.

Beenhakker entlassen

So gab der polnische Fußballverband (PZPN) in Person von Präsident Grzegorz Lato bekannt, dass Leo Beenhakker nicht länger Nationaltrainer ist. Der Niederländer hatte nach der WM 2006 als erster Ausländer überhaupt die Geschicke bei Polens Nationalmannschaft übernommen und das Team auch zur EURO 2008 geführt. Dort schied man nach Niederlagen gegen Kroatien und Deutschland sowie einem Remis gegen Gastgeber Österreich bereits nach der Vorrunde aus. Das unbefriedigende Abschneiden in der aktuellen WM-Qualifikation wurde ihm nun jedoch zum Verhängnis. Der direkte Weg nach Südafrika ist längst verbaut. Theoretische Chancen bestehen noch auf Relegationsplatz zwei. Dennoch wartete man den Ablauf der Spiele in der Europa-Gruppe 3 nicht ab und handelte sofort. Als Nachfolger für den Posten des Nationaltrainers plant man nun wieder einen polnischen Fußball-Lehrer ein.

Vercauteren gibt auf

Die peinliche 1:2-Niederlage in Eriwan gegen Armenien brachte das Fass zum Überlaufen. Interimscoach Franky Vercauteren hat die Brocken hingeworfen und ist zurückgetreten. Mit lediglich sieben Punkten auf dem Konto ist der Zug zur WM nach Südafrika ohne die Belgier abgefahren.

Vercauteren war ohnehin nur eine Übergangslösung nach der Entlassung von René Vandereycken im Frühjahr. Sein Vertrag lief nur bis Dezember. Dann sollte, wie seit Längerem bekannt, Dick Advocaat das Zepter übernehmen. Der Niederländer hat einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Nun jedoch ist das belgische Nationalteam zunächst führungslos. Einen Plan für diese Situation hat der Verband (KBVB) nicht. Eventuell kann Advocaat früher übernehmen, da er im August bei Zenit St. Petersburg entlassen wurde.

Als Co-Trainer holte sich Advocaat den früheren Bundesligaprofi Marc Wilmots an die Seite.

Costa Rica entlässt Trainer Kenton

October 1st, 2009 Comments off

Der Fußballverband Costa Ricas hat die Konsequenzen aus dem bislang dürftigen Verlauf der WM-Qualifikation gezogen. Nach drei Niederlagen in Folge musste Nationaltrainer Rodrigo Kenton zu Wochenbeginn seinen Hut nehmen. Der 53-Jährige war seit Juni 2008 im Amt.

Costa Rica rangiert in der finalen Gruppenphase in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Qualifikation an Position vier. Nur die ersten drei Mannschaften lösen ein direktes Ticket für die WM 2010. Der Vierte muss in die Play-offs gegen den Fünfplatzierten aus Südamerika.

Über einen Nachfolger ist man sich auf Verbandsseite noch nicht schlüssig. Doch schon in den kommenden Tagen ist mit einer Entscheidung zu rechnen. Schon am frühen Morgen des 11. Oktober (MESZ) muss die Mannschaft in San José zum nächsten WM-Qualifikationsspiel gegen Trinidad & Tobago antreten.

Constantini verlängert in Österreich

October 1st, 2009 Comments off

Der österreichische Fußballbund wird über das Jahresende hinaus mit Nationaltrainer Dietmar Constantini zusammenarbeiten. Darauf einigte sich der ÖFB-Präsident Leo Windtner mit dem 54-jährigen Teamchef. Der neue Kontrakt läuft zumindest bis zum Ende der Qualifikationsspiele für die EURO 2012. Sollten diese so erfolgreich verlaufen, dass Österreich an der Endrunde in Polen und der Ukraine teilnehmen darf, dann wird Constantini die Mannschaft natürlich auch dort betreuen.

Anfang März hatte Didi Constantini den Posten vom Tschechen Karel Brückner übernommen. Die Chancen, sich noch für die WM 2010 zu qualifizieren, sind allerdings eher theoretischer Natur. In der Europa-Gruppe 7 bestehen lediglich noch Aussichten auf Relegationsplatz zwei, den momentan Frankreich mit vier Punkten Vorsprung einnimmt – bei noch zwei ausstehenden Spieltagen.

Bryan Robson nach Thailand

Nach Asien zieht es Bryan Robson. Der 52-Jährige wird neuer Nationaltrainer in Thailand und bindet sich für vier Jahre. Ziele der Zusammenarbeit sind die Qualifikation für die Asienmeisterschaft 2011 in Katar, die Olympischen Spiele 2012 in London und die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Als Spieler hat Bryan Robson an drei Weltmeisterschaften (1982, 1986, 1990) teilgenommen. Der einstige Nationalmannschaftskapitän bestritt insgesamt 90 Länderspiele für England (26 Tore). Als Trainer war er bisher ausnahmslos in seiner Heimat tätig. So arbeitete er beim FC Middlesbrough, bei Bradford City, West Bromwich Albion und Sheffield United.